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Instagram-Account deaktiviert
Wow Tech protestiert "gegen die Zensur der weiblichen Lust"

Nach der Deaktivierung des Accounts der Vibratormarke "We-Vibe" wirft Sextoyhersteller Wow Tech Instagram eine bigotte Einstellung beim Thema Sexualität vor.

Text: W&V Redaktion

5. August 2019

Mit dem Hashtag "#UnmutePleasure" protestieren Aktivistinnen und Aktivisten gegen die Zensur.
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In einem offenen Brief prangert der Berliner Sextoyhersteller Wow Tech die Zensur-Politik von Instagram und Facebook an. Der Hintergrund: Vor einigen Tagen wurde der Instagram-Account von "We-Vibe", einer Vibrator-Marke von Wow Tech, deaktiviert, weil dieser gegen die Richtlinien verstoßen haben soll.

Informiert wurde das Unternehmen eigenen Angaben zufolge über ein Pop-up Fenster, das beim Einloggen in den Account erschien - ohne weitere Erklärung. Seitdem kämpft die Firma mit dem Hashtag #UnmutePleasure gegen die in ihren Augen willkürliche Löschung. 

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Die Darstellung von Frauen als Sexobjekt werde toleriert 

In dem offenen Brief mit dem Titel "Gegen die Zensur der weiblichen Lust!" wirft Wow Tech den Plattformen außerdem eine bigotte Haltung beim Thema Sexualität vor. Beiträge oder Konten von "sexpositiven und körperaktivistischen Marken und Organisationen, die sich für ein gesundes Verhältnis zur Lust und ein inklusives Sexbewusstsein ohne eingefahrene Schönheitsideale stark machen", würden auffällig oft gelöscht oder deaktiviert, heißt es in dem Schreiben.

Viele andere Accounts, die Frauen ganz klar in sexualisierten Situationen und Positionen zeigten und vermutlich eine großteils männliche Zielgruppe ansprechen sollen, würden hingegen weiter existieren. 

"Was sagen die Richtlinien der sozialen Medien über den Stand der sexuellen Aufklärung und der sexuellen Gleichberechtigung in unserer Gesellschaft aus?", fragt das Unternehmen und fügt an: "Warum werden eher Inhalte gelöscht, die das weibliche Geschlecht empowern, ihre Selbstwahrnehmung stärken und sie unterstützen sollen, sich von klassischen Idealen zu lösen, als solche, die Frauen als Sexobjekte darstellen?"

Jodel-Kampagne startet im August 

Man habe sich daran gewöhnt, Accounts nicht verifizieren lassen zu können und keine Werbeanzeigen auf Facebook und Instagram schalten zu dürfen, konstatiert die in Berlin gegründete Firma.

Zumindest für den deutschen Markt gibt es jedoch Hoffnung. Zusammen mit der App Jodel startet Wow Tech am 9. August eine Werbekampagne. "Wir sind ein offenes Unternehmen, mit jungen und gebildeten Nutzerinnen und Nutzern. Wir glauben nicht, dass die Themen Sexualität und Sextoys länger ein Tabu sein sollten", sagt Alessio Avellan Borgmeyer, der Gründer von Jodel.

Die App ermöglicht es den Nutzern, Beiträge zu veröffentlichen, die in einem Radius von zehn Kilometern für andere sichtbar sind.

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