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Virtuelle Meetings
Zoom bekommt End-to-End-Verschlüsselung

Der Anbieter von Videokonferenz-Software gehört trotz Sicherheitsproblemen zu den Gewinnern der Corona-Krise. Nun reagiert Zoom auf die immer lauter werdende Kritik an seinen Produkten.

Text: W&V Redaktion

18. Juni 2020

Zoom bekommt endlich eine End-to-End-Verschlüsselung.
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Kaum ein Unternehmen kam derart glänzend durch die Corona-Krise wie Zoom. Durch den schier grenzenlosen Bedarf an Tools zur Online-Kommunikation konnte der Anbieter seine Kundenzahl verzigfachen und seinen Bekanntheitsgrad enorm steigern. Mit der rasanten Ausbreitung geriet aber auch der Mangel an Sicherheit der Zoom-Software in den Fokus, denn auf eine End-to-End-Verschlüsselung der Übertragung, wie sie beispielsweise bei Apples Facetime zum Einsatz kommt, mussten Zoom-Nutzer bislang verzichten. Das soll sich schon sehr bald ändern. Beginnend mit einer Beta-Version, die im Juli erscheinen wird, sollen sowohl die kostenpflichtige als auch die kostenfreie Version der Software mit einer End-to-End-Verschlüsselung ausgestattet werden. Dabei wird der jeweilige Administrator des Gesprächs die Verschlüsselung ganz nach Bedarf ein- und ausschalten können. Letzteres könnte notwendig werden, wenn sich Besucher von Zoom-Meetings über eine herkömmliche Telefonleitung zuschalten. 

Scharfe Kritik an der laxen Sicherheit 

In der Vergangenheit stand Zoom wiederholt wegen der unzureichenden Sicherheit seiner Software in der Kritik. Dabei ging es neben der fehlenden Verschlüsselung unter anderem auch um den Austausch von Nutzerdaten mit Facebook sowie das so genannte Zoom-Bombing, bei dem nicht autorisierte Nutzer in Online-Konferenzen eindringen. Trotz aller Kritik ließ Zoom kürzlich noch verlauten, die End-to-End-Verschlüsselung werde lediglich für die kostenpflichtige Version der Software eingeführt. Bei der kostenfreien Variante spreche dagegen, dass die Software für illegale Aktivitäten genutzt werden könne, die von Sicherheitsbehörden weiterhin überwachbar bleiben müssten. Nun aber will Zoom auch bei der kostenlosen Version eine End-To-End-Verschlüsselung einführen. Dabei dürfte allerdings eine Verifizierung der zur Anmeldung notwendigen Telefonnummer zum Beispiel per SMS notwendig werden.

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