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Content Produktion
Chatbot Post hilft Redakteuren beim Schreiben

Post heißt der neue Chatbot, der Contentproducern datenbasiert Empfehlungen gibt, die ihre Texte besser machen. Entwickelt hat ihn die Agentur Edenspiekermann.

Text: W&V Redaktion

7. Februar 2019

Anna Maria Ciupka verantwortet das Post-Projekt.
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Edenspiekermann hat im Rahmen der Digital-News-Initiative von Google das Tool Post entwickelt. Es soll die Lücke zwischen Content-Produzenten und Datenanalysten schließen und konkrete Handlungsempfehlung geben. Ziel ist es, die Performance der Texte zu erhöhen. Post verbindet die Analytics-Daten redaktioneller Texte mit einem Chatbot, der in bestehende Kommunikationskanäle eingebunden wird. Was genau die Intentionen für die Entwicklung von Post war, was der Chatbot leistet und worauf man achten muss, erklärt die Projektverantwortliche Anna Maria Ciupka im Gespräch mit W&V.

Frau Ciupka, wie kam es zu Post?

Bei Edenspiekermann arbeiten wir schon seit vielen Jahren mit Medienunternehmen zusammen, auch mit den Redaktionen. Dabei sind wir auf ein grundsätzliches Problem gestoßen: Einerseits wollen die Medienhäuser datenbasiert arbeiten, auch im Content-Bereich, andererseits nutzen die Redakteure zu wenig die Ergebnisse der Datenanalysten.

Weshalb?

Die Analysten tracken KPIs, werten sie aus und bereiten die Daten für die Contentproduzenten auf. Doch diese wissen nicht genau, wie sie damit arbeiten sollen. Denn Dashboards oder Reports sind zu unpersönlich, lösen zu wenig Handlungen aus. Sie berühren die Menschen nicht und werden dann ignoriert. Genau da wollten wir mit unserer Lösung ansetzen.

Das heißt konkret?

Unser Chatbot Post liefert den Redakteuren keine Zahlenfriedhöfe, sondern Handlungsempfehlungen im Gesprächsstil. Es sind eben keine allgemeinen Auswertungen, sondern konkrete Ergebnisse, die sich auf die Performance der Texte dieser Redakteure, auch die eines einzelnen Schreibers, beziehen und Optimierungsvorschläge enthalten. Der Redakteur kann direkt mit dem Chatbot kommunizieren und einzelne Ressorts den Bot innerhalb eines Slack-Channels nutzen, um alle Artikel des Ressorts im Auge zu behalten. Hierfür müssen KPIs definiert werden, die als Basis für die sogenannten "Alerts" dienen, die dann eine Handlungsempfehlung enthalten. Das Ganze läuft automatisch auf der Basis von Google Analytics sowie Slack.

Sind die Post-Empfehlungen für alle Textarten und -formate geeignet?

Aktuell liegt die Betaversion vor, die identische Alerts für alle Arten von Texten liefert. Natürlich legen die Redaktionen im Vorfeld die jeweiligen KPIs fest, die unterschiedliche Handlungsempfehlungen auslösen. Doch eine Abstufung oder Anpassung an unterschiedliche Formate ist noch nicht möglich. In dieser Hinsicht wollen wir Post in Zukunft aber noch weiterentwickeln.

Reicht es nicht, Contentproduzenten einmal zu schulen? Muss es eine permanente Begleitung der Texte sein?

Das ist fast eine philosophische Frage. Unserer Meinung nach entwickelt sich alles weiter: Der Nutzer und seine Erwartungen, wie er Content präsentiert haben will. Das wirkt sich nicht nur auf den Präsentations-Layer also z.B. das Websitedesign aus, sondern hat auch Einfluss auf die Texte, die Art des Schreibens. Zudem lässt sich Post auch für Kampagnen einsetzen, gleichermaßen im B2B- wie im B2C-Bereich, und ermöglicht es z.B. Content nach einer gewissen Zeit anzupassen, um die Performance der Kampagnen zu verbessern.

Wie aufwendig ist es, mit Post zu arbeiten?

Die Implementierung ist ganz einfach. Das war auch eine unserer Vorgaben bei der Entwicklung. Schließlich integrieren wir Post in etablierte Programme. Die Kunden brauchen keine weitere Software. Größer ist die Herausforderung, wenn es um den täglichen Gebrauch geht. Das ist eine kulturelle Aufgabe. Das Unternehmen muss seine Content-Produzenten dazu bewegen, Post zu nutzen. Dazu muss es in den bestehenden Workflow eingebaut werden. Und es müssen vorher die Alerts und die damit verbundenen Empfehlungen festgelegt sein. Wir bieten dafür Unterstützung in Form von Workshops an. Grundsätzlich kann die Einführung von Post der Auslöser sein, sich überhaupt erst mal bewusst zu werden, welche KPIs relevant sind, wie Kategorien definiert und wann Alerts ausgelöst werden. Alles Fragen, die geklärt sein müssen, um Daten richtig zu nutzen.

Wir sprechen immer von Medienhäusern. Aber eigentlich ist das Tool für jedes Unternehmen interessant, das viel Content produziert, gerade auch im Onlinemarketing.

Stimmt, der Markt ist riesig.  

Mit welchen Kosten muss man rechnen?

Aktuell liegt die Betaversion vor, die seit etlichen Wochen von mehreren Redaktionen getestet wird. Das Feedback ist gut. Monatlich entstehen dafür Kosten in Höhe von 4,99 Euro pro Account. Natürlich wollen wir Post aber weiterentwickeln und noch leistungsfähiger machen, dann wird es voraussichtlich unterschiedliche Preispakete geben.  

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