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Umfrage
Designer kritisieren mangelnde Wertschätzung

Design hat einen starken Einfluss auf den Unternehmenserfolg. Aber besonders in Deutschland nutzen nur wenige Unternehmen das Potenzial, bemängeln die Designer selbst, die in Unternehmen arbeiten.

Text: W&V Redaktion

29. Januar 2019

Designer fühlen sich nicht ausreichend wertgeschätzt
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Design schafft herausragende Kundenerlebnisse. Eine Binsenweisheit. Gerade hat McKinsey eine Studie vorgelegt, dass Unternehmen, die im Bereich Design herausragen, auch im Umsatz und bei der Rendite deutlich bessere Ergebnisse erzielen.

Trotz des offensichtlichen Stellenwerts von Design erfährt die Disziplin nicht die entsprechende Wertschätzung in Unternehmen. Zu diesem Schluss kommt eine Umfrage, die der Dienstleister InVision weltweit durchgeführt hat. Besonders in Deutschland zeigt sich: Designer fühlen sich in ihren Unternehmen zu wenig wertgeschätzt. Jammern gehört zum Handwerk? Diese Kritik an der Umfrage würde zu kurz greifen. Es geht schließlich um Fakten.

Allein in Deutschland wurden 951 Designer in 53 Unternehmen befragt. Hier sind die wichtigsten Ergebnisse – beziehungsweise die stärksten Defizite:

Zu wenig 

Weltweit gesehen beschäftigt ein Unternehmen durchschnittlich 26,9 Designer. Deutschland dagegen liegt mit einem Schnitt von 17,6 Designern deutlich darunter. Knapp 60 Prozent der befragten Unternehmen aus Deutschland beschäftigen lediglich fünf oder weniger Designer.

Obwohl die Studie gezeigt hat, dass die reine Größe der Designteams nicht ausschlaggebend für den wirtschaftlichen Erfolg ist, zeigt es doch, wie wenig Beachtung das Thema Design in deutschen Unternehmen findet.

Zu unwichtig

Designer werden selten in wichtige Geschäftsentscheidungen eingebunden. Am häufigsten arbeiten Designer hierzulande auf der Position eines Managers (29,1 Prozent). Im weltweiten Durchschnitt dagegen ist der Director am häufigsten (27,1 Prozent).

Mit Blick auf das C-Level liegt Deutschland leicht über dem Durchschnitt. 9,1 Prozent der Befragten gaben an, dass es in ihrem Unternehmen Designer mit einem C-Level-Rang gibt. Weltweit sind es nur 7,4 Prozent.

Zu rückständig

InVision hat ein Modell entwickelt, das die Design-Reife ("Design Maturity") von Unternehmen darstellt. Die Skala reicht von 1 (geringe Vorteile durch Design und geringe institutionelle Adaption) bis 5 (deutliche Vorteile und hohe Adaption). Deutsche Unternehmen sind überproportional in den Kategorien 1 bis 3 vertreten. Mit 45,3 Prozent werden die meisten in Kategorie 1 verortet – und nicht einmal zwei Prozent in der Kategorie 5. Weltweit sind es 4,6 Prozent in der Kategorie 5.

Zu oberflächlich

80 Prozent der Befragten gaben an, dass Design bei Projekten im Unternehmen oft beziehungsweise fast immer involviert ist. Aber 9,1 Prozent gaben an, Design spiele nur sehr selten eine Rolle. Weltweit sagten das nur 3,2 Prozent der Befragten. Auf die Frage nach dem spezifischen Einfluss gaben sich deutsche Unternehmen überdurchschnittlich zurückhaltend. 90,2 Prozent gaben an, Design würde hauptsächlich die Bedienbarkeit der Produkte verbessern. Weitere 66 Prozent nannten die Kundenzufriedenheit. Dagegen wurden Kostenreduzierung und kürzere Time-to-Market-Prozesse nur von 20,8 Prozent beziehungsweise 18,9 Prozent genannt. Weltweit ist der Einfluss mit 30 Prozent bei der Kostenreduzierung und 28,9 Prozent bei Time-to-Market deutlich höher.

Studiendesign

InVision hat insgesamt 2.200 Unternehmen aus 77 Ländern und 23 Industriezweigen online befragt. Das 2011 in New York gegründete Unternehmen bietet weltweit eine Plattform für digitales Produktdesign. Mehr als 4,5 Millionen Menschen nutzen InVision, um wiederholbare und einfache Design-Workflows aufzustellen. Kunden wie Adidas, Allianz, Bayer, Commerzbank, Lufthansa, SAP und VW nutzen die Plattform, um Produkte schnell zu entwerfen und Prototypen zu erstellen, ohne dass davor eine Programmierung nötig ist.

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