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Voice-Marketing
Smartspeaker schaffen ein neues Business für erste Spezialagenturen

Erste Dienstleister besetzen das Geschäft mit den Smartspeakern von Google und Amazon.

Text: W&V Redaktion

7. Januar 2019

Voice-Marketing ist ein kleines Pflänzchen. Skills (Amazon) und Actions (Google) haben nur wenige in petto.
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Smartspeaker wie Amazons Alexa, Googles Home, Apples HomePod und Facebooks Portal erobern den Markt. Auf den ersten Blick keine Sensation. Doch das ist nur eine Frage der Zeit. Denn Voice-to-Web-Anfragen werden rasant zunehmen. Und damit steigt auch der Bedarf nach Agenturen, die beraten und umsetzen.

Unternehmen brauchen definitiv Hilfe: "Das beginnt bei: Wie klingt eigentlich die eigene Marke?", sagt Voice-Marketing-Experte Alexander Wunschel. "Welche Stimme hat sie, wird ­gesiezt und was erwarten Kon­sumenten?" Solche Fragen dis­kutiert er derzeit mit Kunden, darunter die Deutsche Telekom, für die Wunschel auch einen ­Unternehmenspodcast betreibt.

Ein gehöriger Teil des Agenturgeschäfts ist also Beratung. Etwas, das Tim Kahle, Co-Gründer von 169 Labs, bestätigt. Die acht Mitarbeiter große Agentur hat sich vor zwei Jahren auf die Entwicklung von Voice-Apps für Alexa und Google spezialisiert. Hinter der Umsetzung stehen vor­definierte Konversationen, "die jedoch schnell sehr komplex werden können", so Kahle. Daneben müssen die Apps in die Systeme der Kunden integriert werden – wobei die seiner Auftraggeber derzeit noch simpel sind. Edeka lernt beispielsweise mit einer Quiz-App, das Handelsblatt lässt Nachrichten vorlesen.

Nur fehlt es in den Unternehmen oft an einfachstem Wissen und Verständnis. Das zeigte sich auf der Konferenz "All about Voice", die 169 Labs in München organisiert hatte. Es war voll, vielleicht auch, weil Amazon den Event unterstützte. Dass der Online-Händler viel Energie in das Aufschlauen von Kunden und von Agenturen steckt, bestätigt jeder, der sich mit dem Thema befasst. Aber erst elf Agenturen, darunter 169 Labs, Nuuk und Future of Voice, haben bereits den Amazon-Status eines "erfahrenen Skill-Entwicklers".

Kosten liegen genauso hoch wie für Websites

Die Projekte entsprechen der Erstellung einer Website, mit dem Unterschied, dass die Webseiten "gesprochen werden", sagt Kahle. "Damit dreht sich alles um ­präzise Informationen, nicht um Erlebnisse." Am Ende also eine ganz andere Herangehensweise.

Voice-Apps kosten von 20.000 bis 80.000 Euro – ähnlich wie einfachere Websites. Für Cellular-Chef Panos Meyer sind sie damit wirtschaftlich nicht so richtig interessant und eher Zusatzgeschäft. Wenn auch ein spannendes. Die Plattformen verändern sich schnell und Konsumenten lernen, mit Maschinen zu sprechen. Meyer: "In fünf Jahren sieht das sicher anders aus."

Auch bei der Such-Optimierung gibt es noch Handlungsbedarf. Für Alexa müssen Skins wie Apps auf dem Smartphone installiert werden. Noch. Denn Alexa dürfte irgendwann intelligent werden und ohne Installation auf Skins zugreifen. Google hingegen setzt bereits auf die bewährte Suche. Der Unterschied: Es werden oft W-Fragen gestellt. Das wirft alte SEO-Taktiken über den Haufen und dürfte Agenturen viel Arbeit bescheren.

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